HZ-Objektreinigung
Verfahren · Wissens-Bibliothek

JOS-Verfahren: Niederdruck-Wirbelstrahl für Denkmal und Sandstein

Wo Hochdruck zerstört und chemische Reiniger Substrat angreifen, ist das JOS-Verfahren oft die einzige Option. Wirbelnde Granulat-Wasser-Mischung mit minimalem Druck — fast staubfrei, denkmalpfleger-akzeptiert, ohne Materialabtrag.

Mo–So 07–22 Uhr NRW + Rheinland-Pfalz Antwort in 24 Stunden
Kurz beantwortet

Das JOS-Verfahren ist ein Niederdruck-Wirbelstrahl-Verfahren, das feines Granulat (Calciumcarbonat, Glaspulver oder Garnet) mit Wasser und Druckluft auf eine Oberfläche aufträgt — schonend genug für historischen Sandstein und Denkmal-Fassaden, wirksam genug gegen Algen, Krusten und Graffiti. Kosten ab 15 €/m². Wird eingesetzt, wenn Hochdruck Schäden verursachen würde und chemische Reiniger nicht zulässig sind.

Festpreis-GarantieSchriftlich vor Beginn
5 Mio. € versichertBerufshaftpflicht
5,0 SterneGoogle + ProvenExpert
Termin in 24 hExpress auf Wunsch
Definition

Was ist JOS-Verfahren?

Das JOS-Verfahren (nach Erfinder Joseph Oberacker entwickelt, heute oft auch als Wirbelstrahlverfahren oder Rotec-Verfahren bezeichnet) ist ein chemiefreies Niederdruck-Reinigungsverfahren für sensible Substrate. Eine Düse beschleunigt feines Granulat (40–800 µm Korngröße) zusammen mit Wasser und Druckluft in einer spiralförmigen Wirbelbewegung — der Strahl wirkt rotierend statt geradlinig, was Reinigungsleistung bei minimaler mechanischer Belastung ermöglicht.

Hauptanwendungen: Denkmal-Fassaden, historische Sandstein-Bauten, Naturstein-Skulpturen, sensible Putze und Stuck-Elemente. Auch im modernen Bauwesen wird das Verfahren für Graffiti-Entfernung auf historischem Mauerwerk und für die Vorbereitung von Restaurierungs-Arbeiten eingesetzt. Vom Denkmalschutz akzeptiert, da kein Materialabtrag entsteht.

Eigenschaften

JOS-Verfahren — Technische Kennwerte

Die zentralen Parameter, die das JOS-Verfahren von Hochdruck- und Sandstrahl-Verfahren unterscheiden — schonend statt brachial.

KennwertWertBedeutung für die Anwendung
Druckbereich0,5–2,5 bar (Niederdruck)20–100× niedriger als Hochdruck — kein mechanischer Schaden am Substrat.
Granulat-WahlCalciumcarbonat · Glaspulver · Garnet · Sodium-BicarbonatHärte und Korngröße passend zum Substrat — Calciumcarbonat am schonendsten.
Korngröße40 µm (sehr fein) bis 800 µm (gröber)Feiner für sensible Skulpturen, gröber für verkrustete Fassaden.
Strahl-GeometrieSpiralförmig wirbelnd (statt geradlinig)Energie verteilt sich rotierend — gleichmäßiger Abtrag ohne Punktbelastung.
StaubentwicklungMinimal (Wasser bindet Staub)Im Vergleich zu Trocken-Sandstrahlen praktisch staubfrei — auch im Innenraum nutzbar.
MaterialabtragPraktisch keinerDas entscheidende Argument für Denkmalpflege — Substanz bleibt erhalten.
Wofür JOS

Wann JOS die richtige Wahl ist

In diesen Anwendungsfällen ist das JOS-Verfahren oft die einzige technisch und denkmalpflegerisch zulässige Option.

Denkmal-Fassaden

Historische Bauten mit Sandstein, Tuff, Backstein-Original oder verziertem Putz brauchen substanzschonende Reinigung. JOS-Verfahren ist denkmalpfleger-akzeptiert.

Sandstein und Naturstein-Skulpturen

Algen, Salzausblühungen und Krusten auf weichen Naturstein-Sorten — Hochdruck zerstört die Oberfläche, chemische Reiniger greifen den Stein an. JOS bleibt schonend.

Stuck und feine Putz-Profile

Gesimse, Friese, ornamentale Putze — bei Hochdruck reißen feine Strukturen aus. JOS reinigt detailgetreu ohne Konturverlust.

Graffiti auf historischem Mauerwerk

Standard-Anti-Graffiti-Lösemittel können Klinker oder Sandstein verfärben. JOS-Verfahren entfernt Graffiti rein mechanisch ohne Chemie.

Innenraum-Reinigung

In Kirchen, Museen oder denkmalgeschützten Innenräumen ist Trocken-Sandstrahlen wegen Staub unmöglich. JOS-Verfahren bindet Staub mit Wasser — auch innen nutzbar.

Vorbereitung für Restaurierung

Vor Konservierungs- oder Restaurierungs-Arbeiten muss das Substrat sauber sein, ohne dabei beschädigt zu werden. JOS schafft die Vorbereitung.

JOS-Varianten

Welche JOS-Anwendungen es gibt

Die Wahl von Granulat, Korngröße und Druck bestimmt das Anwendungs-Spektrum — vom feinen Stuck bis zur verkrusteten Klinkerfassade.

Calciumcarbonat-Feinstrahlen

Korngröße 40–120 µm, Calciumcarbonat-Granulat. Schonendste Variante für Sandstein-Skulpturen, Stuck, feine Putze. Kein Härtekonflikt — Granulat ist weicher als Substrat.

Glaspulver-Strahlen

Glaspulver-Granulat 100–250 µm. Für mittel-stark verkrustete Naturstein-Fassaden. Schonender als Quarzsand, höhere Reinigungsleistung als Calciumcarbonat.

Garnet-Strahlen

Hartes Granat-Granulat 250–800 µm. Für stark verkrustete Fassaden, Beton-Sanierung, Graffiti-Entfernung in mehreren Schichten. Höchste Reinigungsleistung mit JOS-Schonung.

Sodium-Bicarbonat (Natron) JOS

Wasserlösliches Granulat — löst sich nach Anwendung in Wasser auf, keine Granulat-Reste. Ideal für Innenraum-Reinigung und Bereiche, wo Granulat-Sammeln aufwendig wäre.

Heißwasser-JOS

Kombination mit Heißwasser bis 60 °C — verstärkt Wirkung gegen biologische Krusten und Algen. Bei Denkmal-Fassaden mit Moos-Bewuchs Standard.

Nicht tun

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Diese häufigen Fehler richten oft mehr Schaden an als die ursprüngliche Verschmutzung — irreversible Schäden inklusive.

Nicht verwendenWarum nicht?
JOS auf intaktem, neuem PutzBei neuen, glatten Putzfassaden ist JOS überdimensioniert und unnötig teuer. Niederdruck mit biologischem Reiniger reicht und kostet ein Drittel.
Falsche Granulat-WahlZu hartes Granulat (Quarzsand, Garnet) auf weichem Substrat hinterlässt feine Spuren. Vor Auftrag immer Probefläche mit gewähltem Granulat.
JOS ohne Granulat-SammlungGranulat fällt nach Reinigung auf Boden, in Beete, in Kanalisation — muss aufgenommen werden. Ohne Vlies und Sauger entsteht Folge-Verschmutzung.
JOS ohne MaterialdiagnoseBei Denkmal-Anwendungen Pflicht: vorher Materialbestimmung durch Restaurator oder Materialwissenschaftler — Granulat und Druck dürfen Substanz nicht angreifen.
JOS auf Glas und glatten LackenSelbst feinste Granulat-Partikel verkratzen Glas und polierte Oberflächen. Bei Glasbereichen mit Folie abdecken — JOS nur für poröse Substrate.
DIY-JOS ohne FachausbildungJOS-Equipment ist teuer (20.000–60.000 €) und braucht Erfahrung. Falsche Anwendung verursacht Substrat-Schäden, die bei Denkmal nicht reparabel sind.
Profi-Vorgehen

So gehen Profis vor — Schritt für Schritt

Diese Reihenfolge sichert dauerhaftes Ergebnis und vermeidet Folgeschäden. Bei jedem Schritt prüfen wir Zwischenergebnisse vor dem nächsten Arbeitsschritt.

1

Material-Analyse + Denkmalschutz-Abstimmung

Substrat identifizieren (Sandstein-Sorte, Putz-Art, historische Schichten). Bei Denkmal-Objekten Abstimmung mit Denkmalpflege-Amt und Restaurator. Granulat-Wahl gemeinsam treffen.

2

Schutzmaßnahmen einrichten

Bauplatten, Vlies und Auffangwannen für Granulat-Sammlung. Glasflächen, Fenster und empfindliche Bereiche abdecken. Bei Innenraum Lüftung und Staubsauger bereitstellen.

3

Probefläche testen

1 m² mit gewähltem Granulat und Druck behandeln. Nach Trocknung Substrat-Zustand prüfen — keine Spuren, keine Konturverluste. Erst dann Gesamtfläche.

4

Wirbelstrahl-Auftrag

JOS-Düse in 10–30 cm Abstand zur Oberfläche, langsame gleichmäßige Bewegung. Wirbel-Geometrie verteilt Energie rotierend. Bei starker Verkrustung mehrere Durchgänge statt höherem Druck.

5

Granulat sammeln + Reinigung

Loses Granulat mit Industriesauger aufnehmen, Auffangwannen entleeren. Bei wasserlöslichem Granulat reicht klares Nachspülen.

6

Dokumentation + Konservierungs-Empfehlung

Vorher/Nachher-Fotodokumentation für Denkmalakte. Empfehlung für Konservierungs-Maßnahmen (Imprägnierung, Konsolidierung) zur Stabilisierung der Substanz.

Kostenlogik

Was es kostet

Bandbreiten als Orientierung — der Endpreis nach Vor-Ort-Besichtigung:

JOS-Verfahren Standard (Calciumcarbonat)ab 15 €/m²
JOS für Skulpturen und Stuck25–50 €/m² (mehr Detailarbeit)
JOS bei Denkmal-Fassaden18–35 €/m²
JOS für Graffiti-Entfernung20–40 €/m²
JOS in Innenräumen25–45 €/m² (mehr Schutzaufwand)
Mit anschließender Imprägnierung+ 6–12 €/m²

JOS ist Premium-Verfahren — teurer als Hochdruck, aber bei Denkmal und sensiblem Substrat oft die einzige zulässige Option. Festpreis nach Vor-Ort-Besichtigung und Materialdiagnose.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Was ist das JOS-Verfahren?+
Das JOS-Verfahren ist ein chemiefreies Niederdruck-Reinigungsverfahren mit Wirbelstrahl — feines Granulat (Calciumcarbonat, Glaspulver oder Garnet) wird mit Wasser und Druckluft in spiraliger Bewegung auf die Oberfläche aufgetragen. Druckbereich nur 0,5–2,5 bar (20–100× weniger als Hochdruck), praktisch kein Materialabtrag. Standard für Denkmal-Fassaden, historischen Sandstein und sensible Substrate.
Wann setzt man das JOS-Verfahren ein?+
Das JOS-Verfahren wird eingesetzt, wenn Hochdruck Substrat-Schäden verursachen würde und chemische Reiniger nicht zulässig sind — typisch bei Denkmal-Fassaden, historischem Sandstein, Stuck, Skulpturen und Graffiti-Entfernung auf historischem Mauerwerk. Auch bei Innenraum-Reinigung (Kirchen, Museen), wo Trocken-Sandstrahlen wegen Staub unmöglich ist.
Was kostet eine JOS-Reinigung?+
Eine JOS-Reinigung kostet ab 15 €/m² für Standard-Anwendungen (Calciumcarbonat-Granulat, einfache Fassaden). Bei Skulpturen und Stuck 25–50 €/m² wegen höherem Detailaufwand. Bei Denkmal-Fassaden 18–35 €/m², bei Innenräumen 25–45 €/m² (mehr Schutzaufwand). Mit anschließender Imprägnierung zusätzlich 6–12 €/m². Festpreis nach Vor-Ort-Besichtigung.
Ist JOS wirklich schonender als Hochdruck?+
JOS ist deutlich schonender als Hochdruck — Druckbereich 0,5–2,5 bar gegenüber 100–500 bar bei Hochdruck, also 50–100× niedriger. Die wirbelnde Strahl-Geometrie verteilt die Energie statt sie zu konzentrieren, das Granulat ist sortenangepasst weicher als das Substrat. Folge: praktisch kein Materialabtrag. Bei Sandstein, Naturstein-Skulpturen und Stuck ist es das einzige Verfahren, das sowohl reinigt als auch schont.
Welches Granulat wird beim JOS-Verfahren verwendet?+
Beim JOS-Verfahren wird Granulat passend zum Substrat gewählt: Calciumcarbonat (40–120 µm) für Sandstein, Stuck und feine Putze; Glaspulver (100–250 µm) für mittelfeste Fassaden; Garnet (250–800 µm) für stark verkrustete Bereiche und Beton; Sodium-Bicarbonat (Natron) für Innenräume, weil es sich in Wasser auflöst und keine Reste hinterlässt.
Ist das JOS-Verfahren denkmalpfleger-akzeptiert?+
Ja, das JOS-Verfahren ist denkmalpfleger-akzeptiert — es gehört zu den wenigen Reinigungsverfahren, die die Denkmalpflege grundsätzlich genehmigt. Voraussetzung: vorherige Material-Analyse, Probefläche-Test und Abstimmung mit dem örtlichen Denkmalpflege-Amt. Bei historisch wertvollen Objekten zusätzliche Begleitung durch Restaurator. Vorher/Nachher-Dokumentation Pflicht.
Kann man Graffiti mit JOS entfernen?+
Ja, Graffiti lassen sich mit JOS entfernen — auch von historischem Mauerwerk, wo chemische Anti-Graffiti-Lösemittel den Stein verfärben würden. Granulat-Wahl: Garnet für hartnäckige Mehrschicht-Graffiti, Glaspulver für leichtere Schmierereien. Kosten 20–40 €/m². Bei häufigem Vandalismus-Risiko anschließend Anti-Graffiti-Schutz-Beschichtung — dann reicht beim nächsten Mal einfache Reinigung.
Wie unterscheidet sich JOS vom klassischen Sandstrahlen?+
JOS unterscheidet sich vom klassischen Sandstrahlen durch drei zentrale Punkte: Erstens deutlich geringerer Druck (0,5–2,5 bar gegenüber 5–10 bar), zweitens wirbelnde Strahl-Geometrie statt geradliniger Punktbelastung, drittens Granulat ist weicher und feiner als typischer Quarzsand. Folge: kein Materialabtrag, kein Verstauben, denkmalpfleger-akzeptiert. Klassisches Sandstrahlen ist zu brachial für Denkmal und sensibles Substrat.
Kann man JOS auch im Innenraum anwenden?+
Ja, JOS kann auch im Innenraum angewendet werden — das Wasser bindet den Staub, sodass die Verschmutzung minimal bleibt. Bei wasserlöslichem Granulat (Sodium-Bicarbonat) löst sich das Material nach Anwendung in Wasser auf, keine Granulat-Reste. Typische Innenraum-Anwendungen: Kirchen, Museen, denkmalgeschützte Innenräume, Industrie-Anlagen mit Stuck-Decken. Lüftung und Industriesauger bereithalten.
Lohnt sich JOS gegenüber Hochdruck preislich?+
JOS lohnt sich gegenüber Hochdruck nicht preislich — Hochdruck kostet 4–9 €/m², JOS ab 15 €/m². Aber: JOS ist die einzige Option, wo Hochdruck Schäden verursachen würde. Bei Denkmal-Substrat können Hochdruck-Schäden Restaurierungs-Kosten von 200–1.000 €/m² verursachen — gegenüber den 15–35 €/m² JOS-Vorbeugung ist das ein klares Argument. Bei robusten Substraten ist Hochdruck wirtschaftlicher und ausreichend.
Lieber Profi-Hilfe?

Festpreis-Angebot für JOS-Verfahren

Wenn DIY nicht in Frage kommt: Schildern Sie kurz, was bei Ihnen ansteht — wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit Festpreis-Angebot und Termin-Vorschlag.

  • Kostenlose Vor-Ort-Besichtigung
  • Schriftlicher Festpreis vor Beginn
  • Antwort in 24 Stunden, Mo–So 07–22 Uhr

Lieber telefonisch? 0163 / 917 60 75

Kontaktdaten

Objektdetails

Ihre Nachricht

Fotos (optional)

Bilder hochladen

Klicken oder Bilder hierher ziehen (max. 5 Bilder, je 10 MB, JPG/PNG/WebP)

Ihre Daten sind sicher und werden nicht an Dritte weitergegeben.

scroll to top